Wer im Ausland fragt, was die Menschen dort mit Deutschland verbinden, wird neben Autos und Würstchen vor allem eine Antwort bekommen: Bier. Unsere Biergarten sind sogar nach ihm benannt worden, unsere Brauereien sind weltbekannt und das zu recht beliebteste Partyspiel heutzutage ist Beerpong. Der goldgelbe Gerstensaft ist aus unserem Alltag also absolut nicht wegzudenken, leidet aber unter dem Ruf, ein Dickmacher zu sein. Doch ist Bier wirklich so ungesund wie viele glauben? 

Was ist eigentlich drin?

Das aus dem Jahr 1516 stammende deutsche Reinheitsgebot ist Weltweit bekannt. Das macht die Liste der Zutaten (zumindest hier) recht kurz und einfach, denn es sind nur vier Zutaten erlaubt. Das sind:

Die verschiedensten Biersorten – von denen es in Deutschland immerhin rund 7500 Stück gibt – unterscheiden sich also nur in den Mengen der Zusammensetzung und kleineren Abweichungen im Herstellungsprozess. Grundsätzlich klingt erstmal keiner dieser Inhaltsstoffe ungesund. Dem Hopfen wird sogar eine Gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, die ihn 2007 sogar zur Arzneipflanze des Jahres machte. 

Macht Bier dick?

Bier ist allgemeinhin als Dickmacher bekannt. Und das stimmt leider auch, denn in einem Liter Bier stecken bis zu 500 kcal. Hier kannst du in einer praktischen Tabellenübersicht sehen, wie viele Kalorien verschiedene Biersorten im Vergleich zu anderen alkoholischen Getränken haben.

 Nun gut, zu viel Bier setzt also an. Per se ungesund macht das das Bier aber noch lange nicht, schließlich kommt es immer auf die Menge an. Und auch Avocados und Nüssen haben viele Kalorien, ohne dass irgendjemand ihren Mehrwert für unsere Ernährung anzweifelt. Schauen wir also mal, ob das Bier nicht auch noch ein paar versteckte Pluspunkte zu bieten hat. 

Übrigens: alkoholfreies Bier hat nur Rund 2/3 der Kalorienmenge eines normalen Biers. 

Der Herstellungsprozess: So kommt das Bier in die Flasche

Viele Brauereien rühmen sich mit ihren Geheimnissen doch der grundsätzliche Ablauf des Bier Brauens ist seit jeher immer gleich. Der erste Schritt, noch vor Entstehung des Biers, ist die Herstellung des Malzes. Gersten- und Weizenkörner werden mithilfe von Wasser zum Keimen gebracht und in einem wochenlangen Prozess erst ruhen gelassen und dann getrocknet und geschrotet. Bereits in diesem frühen Stadium wird der Geschmack des Bieres stark beeinflusst, denn er hängt zu großen Teilen von Qualität und Art des Malzes ab. 

Der eigentliche Brauprozess beginnt dann mit dem Maischen, bei dem dem Malz heißes Wasser zugefügt wird. Erst anschließend wird auch der Hopfen zugefügt. Wasser, Malz und Hopfen bilden den Ausgangsstoff für das fertige Bier und können in verschiedenen Mengen und Zusammensetzungen miteinander vermischt werden. Nach zahlreichen weiteren Arbeitsschritten und Tests darf das Bier schlussendlich zwischen zwei und zwölf Wochen reifen, bevor es verkaufsfertig ist. Der Weg des Bieres ist also lang und arbeitsintensiv, bevor es in unseren Gläsern landet.

Und wie ist das jetzt mit den Vitaminen?

Wie wir jetzt gelernt haben, ist Bier doch deutlich mehr als nur ein wenig Gerste und Alkohol. Und um die Frage nun endlich zu beantworten: Ja, Bier enthält tatsächlich Vitamine

Hier müssen wir uns allerdings einen kleinen Unterschied bewusst machen: es gibt nämlich wasserlösliche und wasserunlösliche Vitamine. Viele Vitaminsorten, die wir im Obst und Gemüse finden, wie das allseits bekannte Vitamin C zum Beispiel, sind wasserlöslich. Das heißt, obwohl es sowohl in der Gerste als auch im Malz zu finden ist, wird es während des Brauprozesses zerstört. Ein Bier ersetzt also (leider) nicht die tägliche Portion Obst und Gemüse. Es gibt allerdings auch diverse Vitamine und Nährstoffen, die Bier noch reichlich zu bieten hat. Das sind zum Beispiel:

Dir fällt hier ein gewisser Trend auf? So ist es, Bier ist also wirklich ein Vitaminlieferant, und zwar besonders für B-Vitamine. Darüber hinaus enthält es auch noch Biotin, Folsäure und ein wenig Magnesium. 

Und was nützen die nun? B-Vitamine fördern, kurz zusammengefasst, den menschlichen Stoffwechsel. Auch bei der Blutbildung, Zellerneuerung und dem Zellschutz hilft ein Glas Bier ab und zu kräftig mit. 

Fazit

Natürlich ist Bier kein Gemüsesmoothie – da ist wohl auch keiner überrascht. Trotzdem ist es längst nicht so ungesund wie sein Ruf und für ein Glas Bier hier und da braucht sich wirklich niemand schuldig zu fühlen. Ist die Ernährung sonst ausgewogen kann es sogar wertvolle Vitamine und Nährstoffe liefern. Ohnehin gilt hier wie immer: die Dosis macht das Gift. 

Und wenn du etwas weniger Bier trinken möchtest, teile deine Vorräte doch einfach bei einer Partie Beerpong – da haben dann alle was davon. 

 

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